GIF – Graphics Interchange Format

GIF-Dateien sind Rastergrafiken. Das Format ist das am meisten verbreitete Grafikformat. Vor der Erfindung des World Wide Web durch Tim Berners-Lee und Robert Cailliau im Jahre 1990 wurde das GIF-Format seit 1987 vom Informationsdienst CompuServe genutzt. Da GIF also bereits als komprimiertes Format populär war, wurde es von frühen Webbrowsern übernommen.

Beispiel für eine GIF-Grafik eines 3D-Balkendiagramms.

Farben

Das GIF-Format ist auf 8-Bit-Farbpaletten mit 256 Farben oder weniger beschränkt. Dies ist für viele Grafiken, darunter auch Screenshots, nach wie vor mehr als ausreichend.

Symbole aus der RoboHelp-Symbolleiste als Beispiel eines GIF-Screenshots

Komprimierung

Der LZW-Codec (Lempel-Zev-Welch) wird für sehr kompakte Dateigrößen verwendet. Bei dieser "verlustfreien" Methode werden unnötige Daten entfernt, ohne dass die Bildqualität darunter leidet. Dies gilt besonders für Bilder mit einzelnen Farben und wenigen Farbverläufen. Es bedeutet auch, dass Sie die Bilder ohne Qualitätsverlust wiederholt speichern können.

Die LZW-Komprimierung basiert auf der Erkennung von Zeichenketten. Der Algorithmus wertet jede Zeile von Pixeln aus und sucht nach benachbarten Pixeln derselben Farbe. Das Ergebnis wird in einem Index, der "Color Lookup Table" (CLUT) gespeichert.

Die Farben in dieser Tabelle sind 24-Bit-Farben, es werden aber nur 256 Farben gespeichert.

Transparenz

Bei der Verwendung von Hintergrundfarben oder Texturen eignet sich die transparente GIF-Datei hervorragend, um den Eindruck zu erwecken, dass die Grafik vor dem Hintergrund "schwebt".

Rastergrafiken sind immer Rechtecke. Wenn also eine ausgefüllte Form oder ein Text auf einer Seite mit farbigem oder texturiertem Hintergrund angezeigt wird, können die Ergebnisse unschön ausfallen. Dieser graue Hintergrund wird als Transparenzfarbe zugeordnet:

Beispiel der GIF-Darstellung, bevor Grau als transparente Hintergrundfarbe zugewiesen wurde,

...wodurch ein Transparenzeffekt erzielt wird

Beispiel der GIF-Darstellung mit transparentem Hintergrund

Um eine transparente GIF-Datei zu erstellen kann der Autor ein Bildbearbeitungsprogramm nutzen, um eine einzelne Farbe für "transparente" Pixel festzulegen. Hierbei handelt es sich normalerweise um eine Hintergrundfarbe wie Grau oder Orange oder andere Farben, die nicht dem Hauptfarbspektrum zuzuordnen sind. Wenn die Farbe im Webbrowser deaktiviert ist, scheint der Hintergrund durch. Im angeführten Beispiel sind beide Bilder von demselben weißen Hintergrund umgeben (eine JPG-Datei). Da aber die Farbe Weiß als Transparenzfarbe zugewiesen wurde, erscheint das Bild rund und nicht eckig.

Drei GIFs

Dies  ist eine GIF-Datei ohne Transparenz.

Der weiße Hintergrund ist transparent, und die Kanten wurden mithilfe von Anti-Aliasing geglättet.

Das Problem: Anti-Aliasing verursacht einen "Lichthof" um das O, wenn der Hintergrund dunkel ist.

 

Hinweis: Nutzen Sie die Anti-Aliasing-Technik bei Texten oder Formen mit Transparenz nur mit Vorsicht.. Anti-Aliasing kann dazu führen, dass die Umrisse von Texten oder Formen einen unschönen "Lichthof" an den Kanten aufweisen.

Animation

Ein weiteres Merkmal des GIF-Formats ist die Möglichkeit, Animationen darzustellen. Im Prinzip wird einfach eine Sequenz mehrerer GIF-Bilder in einer einzigen GIF-Datei gespeichert. Diese Bilder werden dem Benutzer als fließende Animation angezeigt. Es besteht die Möglichkeit, diese Sequenzen so zu programmieren, dass Sie in "Endlosschleife" oder nur einige Male abgespielt werden.

Tipp: Hier sehen Sie eine Sequenz aus fünf Bildern eines Clownfisches und darunter die animierte GIF-Datei. Um diesen Effekt zu erzielen wurden Einzelbilder aus einer Unterwasser-Videoaufnahme im .AVI-Format ausgewählt und in einzlene GIF-Dateien konvertiert. Um die Wiedergabe in Schleifen zu erreichen, wurde beim Speichern festgelegt, welche GIF-Dateien der Browser wiederholt.

Animationssequez aus fünf Aufnahmen eines Clownfisches, die zum Erstellen einer Animation in einer einzigen GIF-Datei zusammengefasst werden

Animierte GIF-Darstellung eines Clownfisches in einer Seeanemone.

Wichtig: Wenn Sie animierte GIFs verwenden, versuchen Sie, eine Geschichte zu erzählen oder eine Aktivität darzustellen. Von grundlosen Animationen nur um des Effekts willen ist abzuraten. Im oben aufgeführten Beispiel wird der Clownfisch in seiner symbiotischen Lebensgemeinschaft mit der Seeanemone, deren Tentakel für andere Fische giftig sind, gezeigt.

Verwendungsmöglichkeiten

Das GIF-Format eignet sich besonders für einfache Diagramme, Formen und Linienzeichnungen sowie Screenshots. Weniger zu empfehlen ist es für Fotos mit vielen Farben bei einem Komprimierungsverhältnis von ca. 4 zu 1. Der Hauptvorteil ist die verlustfreie Komprimierungsmethode.